Gerhard Westrich
Arche-Tiere
Viele Menschen wissen, dass heutzutage etliche Wildtiere aussterben oder vom Aussterben bedroht sind. Nur wenigen ist bekannt, dass es zahlreichen Nutztieren genauso ergeht. Die Nahrungsmittel der Menschheit werden mit nur wenigen Hochleistungsrassen produziert. Massentierhaltung und Monokulturen haben viele der robusten alten Haustierrassen verdrängt. Diese sterben aus, alle zwei Wochen eine. In Deutschland stehen 14 einheimische Rinderrassen auf der „Roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen“, nur drei Rassen dominieren die moderne Landschaft. Insgesamt sind über 100 Nutztierarten in ganz Deutschland von dem Aussterben bedroht. 1995 wurde das Arche-Projekt ins Leben gerufen, um ein Gegengewicht zu dieser Entwicklung schaffen. Ziel des Projektes ist es, die bedrohten Arten in der landwirtschaftlichen Produktion zu halten und so deren langfristigen Bestand zu sichern.

In den Biospärenreservaten an der Elbe zwischen Dömitz und Lauenburg befindet sich eine dieser Arche-Regionen. Hier bekommen die bedrohten Arten ein neues Zuhause, durch Zucht und Nutzung kämpft eine Gruppe von Hofbesitzerinnen und -besitzern für deren Erhalt. Rinder, Pferde, Schweine, Schafe, Ziegen, Hunde, Hühner, Enten und Gänse lassen sich hier in ungewohnter Vielfalt entdecken. In seinen Fotografien macht Gerhard Westrich diese Tiere zu Stars. Gut ausgeleuchtet, betreten sie seine Bühne. Dass es nicht immer ein leichtes Unterfangen ist, ein Tier zu porträtieren, kann man sich vorstellen. Die eigenwilligen Poitou-Esel mussten mit Futter vor die weiße Leinwand gelockt werden und das neugierige Deutsche Schwarzbunte Niederungsrind stellte den Fotografen und sein Team auf eine Geduldsprobe, als es immer wieder die Ausrüstung erkunden musste anstatt sich in Pose zu werfen.
Gerhard Westrich, geboren 1964 in Landstuhl in der Pfalz, studierte nach einer fotografischen Ausbildung in einem Werbestudio in Saarbrücken Kommunikationsdesign an der Hochschule der Bildenden Künste in Saar. 1994 wechselte er an die Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig in den Fachbereich Fotografie und nahm dort unter anderem an den Fachklassen von Timm Rautert teil. Nach seinem Diplom arbeitete er seit 1998 als freier Fotograf mit eigenem Studio in Berlin. Seine Arbeiten führten ihn unter anderem in diverse Länder in Europa, nach Marokko, Russland, Indien, Nepal, Neuseeland sowie Fiji, Tonga sowie Samoa. und wurden in zahlreichen internationalen Magazinen veröffentlicht, darunter Die Süddeutsche Zeitung, die Zeit, Stern und Geo.
www.westrichfoto.de